Hosen runter bei der Arbeitsvermittlung

Beamter zeigt gerne seine Vorlieben

Im Österreichischen Pendant zur Agentur für Arbeit, der Arbeitsvermittlung (RAV) ließ der Beamte Oskar O.* (60) seinen erotischen Fantasien freien Lauf. Zur Leidwesen aller, aber am falschen Ort. Oskar hat einen Leder, Sadomaso und Tier-Porno Fetisch. Wie es sich für einen fleißigen Beamten gehört, hatte er über 400 Porno-Bildchen, die er zuhause ausdruckte, fein säuberlich in seinem Aktenkoffer sortiert.

Eine nichtsahnende Frau (30) musste die Vorlieben von Oskar gleich beim ersten Termin miterleben. Bei der Besprechung fragte der Beamte, ob sie auf Sadomaso stehe und so etwas mitmachen würde. Als Beispiel zeigte ihr Oskar O. Bilder auf dem Computer: Fotos von Frauen mit Gesichtsmasken oder Männern, deren bestes Stück in Leder verpackt war – in sogenannte Penis-Korsagen.

Fragwürdig wie es dazu kommen konnte: Aber die Frau kam zu einem zweiten Termin. Er fragte die Frau, was sie von Sex mit Tieren halten würde und holte diesmal seine eigens ausgedruckten Sadomaso-Bilder aus dem Koffer.

Auch ein drittes mal kam die Frau zu einem Termin. Dort blockierte er laut Anklage mit dem Fuss die Tür, um ungestört zu sein. Dann ließ er die Hosen runter, um der Frau diesmal zu veranschaulichen wie so eine Penis-Korsage wirklich aussieht. Die Frau reagierte schockiert. Leider ist hier nicht bekannt, wie oft dies schon passiert ist. Manch eine Frau reagiert da vielleicht anders und erklärt sich freudig für einen neuen Beratungstermin bereit.

Dann forderte er die Frau auf, seine Hoden anzufassen. «Welcher Aufforderung die Privatklägerin nachkam», steht in der Anklage, «und die Hoden des Beschuldigten zwei- oder dreimal leicht tätschelte.» Wie die Frau sagte, tat sie das nur aus Angst vor Oskar O. als Amtsperson. Ein anderes Mal flüsterte er ihr zu: «Bisch au e geili Frau, weisch.» – «Schon», sagte Oskar O. vor Gericht, «aber ich habe die Frau gesiezt.»

Die Frau blieb nicht die Einzige. Einer zweiten Arbeitslosen küsste er die Brüste. Eine dritte Frau belästigte er bei vier Gesprächen mit dem Thema Lederbekleidung.

Pervers wird es wieder hier: Seine Verteidigung sah in allem weder einen Amtsmissbrauch, noch die Ausnützung einer Notlage. Er habe den Frauen weder einen Nachteil, noch einen Vorteil in Aussicht gestellt. «Alles war privater Natur.»

Das Gericht sah das anders und verurteilte ihn zu einer bedingten Freiheitsstrafe von 18 Monaten und einer Busse von 1000 Franken.

Seinem Opfer, das er mit seiner Penis-Corsage konfrontierte, muss er 3000 Franken Genugtuung bezahlen. Oskar hat nach diesen Vorfällen natürlich seinen Arbeitsplatz verloren.

Aber vielleicht finden wir den Herrn Oskar O. bald in dieser Kategorie.